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Wie man die Herdenmentalität am Arbeitsplatz herausfordert 

Stell dir das vor: Du bist in einem wichtigen Meeting mit der Geschäftsleitung. Der CEO teilt den strategischen Plan des Unternehmens, einschließlich der Frage, wie das Unternehmen „Big-Data nutzen will, um Einblick in Marktchancen zu gewinnen und einen messbaren ROI zu erzielen“. Ähm… was?

Du machst einen kurzen Scan im Besprechungsraum. Die Führungskräfte nicken übereinstimmend, wie der CEO abschließend die Fakten erklärt. Selbstzweifel tritt ein. „Bin ich der Einzige, der keine Ahnung hat, was er da gerade gesagt hat?“ Auch wenn man völlig verwirrt ist, stellt man keine Fragen aus Angst, das Gesicht zu verlieren.

Später beim Kaffeetrinken verrät ein Kollege, dass er inmitten des Fachjargons verloren gegangen ist. Doch ihr habt nichts gesagt. Obwohl ihr die gleiche Meinung teilt, seid ihr beide ruhig geblieben.

Herdenmentalität – Ist das einfach nur Ironie

Dieses Phänomen wird als pluralistische Unwissenheit bezeichnet. Es beschreibt eine Situation, in der eine Mehrheit der Menschen in einer Gruppe mit einer Idee nicht übereinstimmen, während sie fälschlicherweise annimmt, dass andere in der Gruppe sie akzeptieren. Anstatt uns für unsere Überzeugungen einzusetzen, stimmen wir dem zu, was die Gruppe zu bevorzugen scheint.

Pluralistische Unwissenheit ist überraschend häufig am Arbeitsplatz – vom Besprechungsraum bis hin zur Bewertung unseres persönlichen Erfolgs. Sie wirkt sich sogar auf die Einstellung zur Strategie der Flexarbeit und zum Lohngefälle zwischen den Geschlechtern aus.

Wie man die Stille bricht und bei der Arbeit spricht

Eine unpopuläre Meinung zu äußern oder gegen Business as usual zu handeln, kann nervenaufreibend sein. Aber es ist auch nicht gesund, immer seine Gedanken in sich aufzunehmen, und typischerweise bist du nicht der Einzige, der sich verwirrt fühlt oder sich wünscht, dass er sich äußern könnte.

Es ist an der Zeit, den Mythos zu beseitigen, in dem es heißt, dass das Stellen von Fragen einen dumm aussehen lässt. Während es vielleicht keine dumme Frage gibt (wie das alte Sprichwort sagt), gibt es so etwas auch nicht wie dumme Antworten.

Die Herdenmentalität oder pluralistische Unwissenheit

Sorgfältige Recherche kann pluralistische Unwissenheit und das damit verbundene Gruppendenken zerstreuen. Das Stellen wichtiger Fragen ist der Kern des Informationsaustauschs, der den Status quo in eine andere Richtung lenkt und das Verständnis erhöht, ohne die Menschen in die Defensive zu treiben. Sie sind besonders nützlich angesichts von Mehrdeutigkeiten, wie im obigen Beispiel, wenn der Chef Fachbegriffe ausspricht.

Wenn Du Dich also zurückgehalten hast und Dich wegen der Herdenmentalität nicht gemeldet hast, wird es sich lohnen, Zeit zu investieren, um ein Kenner der sokratischen Befragung zu werden. Versuche diese intelligente, strategische Art, dich zur richtigen Zeit, durchsetzungsstark und mit Feingefühl auszudrücken.

Dazu gehört auch die Klärung von Fragen wie:

  • Was meinst du mit….?
  • Könntest du das anders formulieren?
  • Wenn ich dich richtig verstanden habe, sagst du damit….?

Und das verstehen von Fragen wie:

  • Was wäre ein Beispiel für….?
  • Wie hast du dich entschieden….?
  • Könntest du auf diesen Punkt näher eingehen?

Es gibt definitiv eine tiefsitzende Angst, wenn man sich gegen eine Gruppe stellt, also mach dich nicht fertig, weil du dich zaghaft fühlst. Es ist normal, sich Sorgen zu machen, dass du dich selbst in Verlegenheit bringst, dich abgelehnt fühlst oder den Respekt der Leute verlierst. Aber es ist eine gute Möglichkeit, sich daran zu gewöhnen, an sich selbst zu glauben, um zu riskieren, der akzeptierten Gruppenmeinung oder der Herdenmentalität zu widersprechen.

Wenn es Dir leichter fällt, in dieses unbekannte Gebiet vorsichtig zu gehen, teste zuerst Deine Fähigkeiten im Fragenstellen in kleinen Gruppen oder in Einzelgesprächen, bevor Du Dich in Situationen wie Meetings zu Wort meldest.

Denke daran, dass persönliches und berufliches Wachstum darauf zurückzuführen ist, dich selbst herauszufordern. Ein guter Ausgangspunkt ist es, sich selbst zu ermutigen, bei Bedarf eine abweichende Meinung zu äußern. Manchmal liegt die Kraft außerhalb, aber sehr oft liegt die Kraft in Dir es zu versuchen.

Mathias Diwo - Digital Expert, Keynote-Speaker, Autor


Mathias schreibt über transformative Digital- und Technologietrends, der Digitalisierung und der digitalen Transformation. Die Entwicklungen der Megatrends: von Cloud bis KI, von AR/VR bis 5G, den digitalen Arbeitsplatz, Management, Leadership und die Zukunft der Arbeit. Lade ihn ein, bei deiner nächsten Veranstaltung zu sprechen.

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